Aktuelle Ausstellung - SCHELLEN (ab 26. Januar 2013)
In der Klangschmiede Alt St. Johann findet jedes Jahr eine thematische Ausstellung statt. Daneben gibt es die Schmiede-Werkstatt, fixe Ausstellungsobjekte und Räume, in deren Zentrum der Klang steht.
Wenn man im Toggenburg von Schellen spricht, dann meint man meist die drei aufeinander abgestimmten Sennschellen. Schellen gibt es aber nicht nur hier, sondern im ganzen Alpenraum und sogar darüber hinaus. Schellen unterscheiden sich von Glocken, indem sie nicht gegossen, sondern aus einem Stück Stahlblech geschmiedet werden. Schellen haben viele Bedeutungen und Zwecke. Ihr Klang wird zum Schutz vor Bösem eingesetzt oder dient als Signal auf der nebligen Alp, damit der Älpler sein Vieh findet. So vielfältig wie der Gebrauch der Schellen ist auch ihr Erscheinungsbild und deren Bezeichnung, die je nach Region variiert.
In der Ausstellung sehen Sie eine Vielfalt von Schellen aus der ganzen Schweiz und den angrenzenden Gebieten, erleben hautnah, wie diese eingesetzt werden und lernen dabei Wissenswertes über die verschiedenen Schellentraditionen.
Die Ausstellung SCHELLEN ist eine Co-Produktion der KlangWelt Toggenburg mit Dr. med. Robert Schwaller, Schellen- und Glockensammler und –kenner aus Schmitten (FR).
Eine Filmsequenz zur aktuellen Ausstellung SCHELLEN
Aufgenommen und Realisiert durch Toggenburg TV - Michael Peterer
Infos zur Ausstellung
Schellenklänge in der Schweiz (1. Stock)
Der Rolli springt die Hundwiler Höhe hinauf seinem Schuppel hinterher. Die stämmigen Eringerkühe kämpfen in Evolène um die Krone. Das Vieh weidet in der Abenddämmerung auf dem Sonnenberg am Fuss des Pilatus. So vielfältig werden die Schellen in der Alpenregion eingesetzt. Wie das klingt, das erleben Sie hier: ein interaktiv akustisches und visuelles Schellenerlebnis.
Schellenlegenden (1. Stock)
Wenn Buchstaben klingen, können Sätze zu einer Sinfonie werden. Das geschriebene Wort kann uns in eine Stimmung versetzen, welche unglaublich tief ist. Sie regen unsere inneren Bilder an. Lassen Sie sich nieder, stöbern Sie in den Schellenlegenden und begeben Sie sich auf eine innere Klangreise.
Stübli (1. Stock)

Der Ort für geselliges Beisammensein, Gesang und Austausch. Schötten Sie zum Zäuerli die Sennschellen oder trainieren Sie beim Schellenmemory Ihr Gedächtnis. Eine Auswahl von Ostschweizer Weidschellen blitzt Ihnen entgegen, denn nicht nur die Sennschellen sind feuer-vermessingt, auch die Schellen der Tiere auf den Weiden glänzen prächtig.
Schellenparcours (1. Stock)
Warum das Sennenhemd bei den Toggenburger Sennen am Oberarm spannt, verwundert einem kaum, wenn man selbst einmal die Schellen geschöttet hat. Wie die Traditionen mit Schellen und Treicheln gelebt werden, können Sie hier am eigenen Leib testen.

Über den Arlberg zum Alpstein (2. Stock)
Tag für Tag sind wir Veränderungen ausgesetzt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Machart der Tiroler Sennschellen, die im Toggenburg und im Appenzellerland verwendet werden, über die letzten 200 Jahre kaum verändert hat. Sennschellen einst und jetzt - oder finden Sie den Unterschied?
Über den Gotthard bis Chamonix (2. Stock)
Sehen, spüren und hören Sie die rhythmischen, herben, kantigen Trycheln, Chlepfen und Bissen aus dem Tessin und der Innerschweiz und daneben die rundlichen, lang anhaltend melodisch klingenden Treicheln der Westschweiz und die Walliser Bummla. Über die Jahrhunderte hat sich deren Form kaum verändert, wohl aber die Herstellungsweise. Da in diesen Gegenden die Bronzeglocken Schellen genannt werden, findet sich auch für sie ein Plätzchen.
Klangexperimentierraum (2. Stock)

Stellen Sie sich vor, die Einscheller aus der March würden zu ihrem Marschieren die klingenden Sennschellen schwenken. Oder die Eringerkühe tragen bei ihren Kämpfen Innerschweizer Trycheln. Wie unterscheiden sich die Klänge der Schellen und Treicheln aus den verschiedenen Regionen der Schweiz? Anhand eines Klangspektrographen werden diese Unterschiede visuell dargestellt.
Veranstaltungen in der Klangschmiede
22. Februar (20 Uhr), Konzert in der Klangschmiede, Besuch aus dem Allgäu!
22. März (20 Uhr), Singabend in der Klangschmiede, mit Philipp Kamm
11.-13. April (ganzer Tag), Gastschmied Innerschweizer Treicheln, Karl Arnold
3. Mai (20 Uhr), Konzert in der Klangschmiede, „Gländ“ mit Ch.Zehnder/B.Schirmer
11. Mai (9 - 16 Uhr), Tag der offenen Tür in der Klangschmiede
7. Juni (20 Uhr), Singabend in der Klangschmiede, mit Doris Ammann
16.-17. August (ganzer Tag), Gastschmied Maultrommeln, Klaus Oberli
30. August (20 Uhr), Konzert in der Klangschmiede, Klingende Glocken und Schellen
Magdalena Schatzmann
18. Oktober (20 Uhr), Singabend in der Klangschmiede, mit Hermann Härtel
19. Oktober (10 bis 12 Uhr), Schellenschött Schnupperkurs, mit Werner Stauffacher
13. Dezember (20 Uhr), Singabend in der Klangschmiede, mit Nadja Räss
Infos und Anmeldungen an info@klangwelt.ch oder telefonisch 071 998 50 00
Das Ausstellungsteam
Robert Schwaller ist auf einem Bauernhof im Kanton Freiburg aufgewachsen und verbrachte als Kind die meiste Zeit bei den Kühen und Kälbern im Stall. Er bestimmte, welche Glocke oder Treichel zu welchem Tier passt. Nachdem der Vater das Vieh verkauft hatte, studierte er Medizin und arbeitete bis 2012 als Landarzt, wodurch er mit den Landwirten und der Viehzucht verbunden blieb. Seit 1982 sammelt er, basierend auf dem geerbten Geläute, Glocken und Schellen aus der ganzen Welt und forscht über alles nach, was mit von Menschen und Tieren getragenen Glocken und Schellen zusammenhängt. 1996 hat er das „Glockenbuch“ publiziert, das immer noch als Referenzwerk gilt. Er hat schon mehrere Ausstellungen selbst gestaltet oder dabei mitgewirkt.
Sonja Rüegg ist im Toggenburg aufgewachsen und studierte an der Hochschule für Kunst & Design in Luzern. Seit September 2012 ist sie Projektleiterin der Klangschmiede. Mit ihren kreativen Ideen und ihrer unkonventionellen Ausstellungsgestaltung hat sie bereits die vergangene Ausstellung „Öberefahre- Abefahre“ gestaltet.
Nadja Räss ist Jodlerin mit Leib und Seele und künstlerische und operative Leiterin der KlangWelt Toggenburg. Als Jodlerin mit grossem Tatendrang, viel Innovation, breitem Fachwissen und dem Gespür für urtümliche sowie naturnahe Klänge des Naturjodels begeistert sie bei ihren Auftritten auf der Bühne oder bei Kursen im Unterrichtssaal. Als Intendantin bereichert und belebt sie das Programm aller Projekte der KlangWelt Toggenburg.





